Sommerfreizeit

 DAV Abenberg   –   Jugendfreizeit Hirtensteinhaus 2018  

Termin:  29.07. –  03.08.2018

Die Kinder- und Jugendfreizeit zu Beginn der Sommerferien 2018 begann wie immer am Sonntag mit dem Treffpunkt an unserer Unterkunft in Hartenstein. Das Hirtensteinhaus bietet uns jetzt seit 5 Jahren ideale Voraussetzungen für unsere Outdoorferientage. Und die Eltern haben die Gegebenheit sich die Gegebenheiten ihrer Schützlinge für die nächsten 6 Tage genauer anzuschauen.

Gegen 17:00 Uhr trafen alle Teilnehmer und Besucher an unserer Unterkunft ein. Und während die einen voller Elan ihre Zelte auf dem Rasen vor der Haus aufbauten oder die beiden Lager in Beschlag nahmen, besichtigten vor allem die neuen Gäste das Hirtensteinhaus.

Beim gemeinsamen Abendessen im benachbarten Gasthof gab es ein erstes beschnuppern der 19 Teilnehmer im Alter von 7 – 14 Jahren und ihrer 4 Betreuer. Nachdem sich die Elternteile verabschiedet hatten, begann die eigentliche Arbeit der DAV-Sektion Abenberg in der 1. Ferienwoche der Sommerferien in der Fränkischen Schweiz. In einer großen Runde stellten sich alle persönlich vor, da es doch einige Neulinge gab, die zum 1. Mal mit uns unterwegs waren. Danach ging es gemeinsam in der Gruppe zum neuen Spielplatz in Hartenstein. Hier hat sich die Gemeinde eine tolle Einrichtung erschaffen. Mit der Hilfe einer großen ortsansässigen Firma wurde ein toller Kindererlebnisspielplatz geschaffen, der jeder Gemeinde gut zu Gesicht stehen würde.

Das angekündigte Wetter in diesem Jahr war eigentlich zu heiß, aber da wir unsere tägliche Unternehmungen fast ausnahmslos in den Wald verlegen konnten, war alles gut. Bis auf eine kleine Abkühlung am Mittwochnachmittag mit Gewitter und Platzregen hatten wir immer weit über 30° Tageshöchsttemperaturen. Da beide Kletterfelsen, die wir nutzten, im schattigen Buchenwald liegen, war es zum Klettern ideal. Leider konnten wir unsere Feuerschale nicht nutzen. Selbst das geplante Grillen mussten wir ausfallen lassen. Die höchste Waldbrandstufe ließ dies in diesem Jahr nicht zu. Und wie im Vorjahr hatten wir eine Gartendusche organisiert. Es sollte sich zeigen, das war das wichtigste Utensil der Freizeit. Alle Kletterer, groß und klein und alle Betreuer nutzten die, zwar kalte, aber doch erfrischende Abkühlung an jedem Nachmittag.

Es war wie immer auf den Freizeiten: die Nächte waren lang und der Schlaf zu kurz. Am Montagmorgen nach dem obligatorischen Frühstück ging es mit den Kleinbussen nach Bärnfels an die Reibertsberger Wände. Da die meisten Teilnehmer noch keine oder sehr geringe Erfahrung im Klettern am Naturfels hatten, nutzten wir diese ideale kindgerechte Wand für den 1. Tag. Viel Platz am Wand Fuß und sehr leichte und nicht allzu hohe Felsen machten es auch den Anfängern leicht. Vom unteren 3. bis zum oberen 4. Grad nutzten wir 6 verschiedene Routen am Vor- und am Nachmittag. Mittags blieben wir vor Ort im Wald. Hier merkte man nicht, wie heiß es draußen geworden war. Erst als wir gegen 16 Uhr aufbrachen und aus dem Wald Richtung Parkplatz marschierten, bekamen wir die Hitze mit. Nach der Rückfahrt wurde die Gartendusche für über eine Stunde nicht mehr ausgestellt. Nach dem Abendessen machten wir noch einen kleinen Spaziergang zur Burg Hartenstein. Die Kids blieben auf dem Rückweg noch auf dem Spielplatz hängen.

Tag 2 ging es ins benachbarte Hirschbachtal zum bekanntesten Klettersteig der Fränkischen. Wir begannen am neuen Bambinisteig an der Weißen Wand, da doch fast die Hälfte der Teilnehmer noch keine oder zumindest keine große Erfahrung im Klettersteiggehen hatten. Auch der Bambinisteig ist nicht von schlechten Eltern und ein guter Maßstab, ob es für den anschließenden 1. Teil des Höhenglücksteig reicht bzw. sinnvoll ist. Mit ganz wenigen Ausnahmen stiegen wir nach der Brotzeit im Wald dann in die 1. Sektion des Steigs ein. Und da kamen dann doch einige schon fast an ihre Grenzen. Meist bedingt durch ihre Körpermaße, den der Steig ist eigentlich für Erwachsene konzipiert. Aber alles hat toll geklappt, sogar an die Wittmann Schikane, eine extrem schwierige und glatt polierte Herausforderung an einem der Zwischenausstiege, haben sich einige der Größeren getraut. Da mussten wir dann aber einmal doch noch helfend eingreifen. Nach der Rückfahrt, Duschen und dem Abendessen machten wir uns auf eine Nachtwanderung durch den Hartensteiner Wald über den Gipfel des Burgblicks mit einer tollen Aussicht über die halbe fränkische Schweiz. Vorbei am Kreuzweg kamen wir gegen 23 Uhr wieder zurück.

Der Mittwoch war kletterfrei und geplant für unsere obligatorische Kanufahrt auf der Pegnitz. Auf Grund des niedrigen Pegelstandes der Pegnitz konnten wir nicht im nur 2 km entfernten Lungsdorf einsteigen, sondern erst in Artelshofen, wo wir sonst unsere Mittagsverpflegung einnahmen. Dafür war aber vom sonstigen Endpunkt Eschenbach der Weg freigegeben bis nach Hersbruck zu fahren. Dieser Teil der Pegnitz ist bei Normalstand nicht mit den Kanus zu befahren, zu viele umgefallene Bäume behindern die Fahrt und es ist von der Strömung her zu gefährlich. Aber die vielen Flusswindungen und Stromschnellen  geben diesem Teil einen besonderen Charakter, aber eben nur bei so niedrigen Wasserstand. Das ganze hatte noch einen Vorteil: während auf der 1. Teilstrecke bis Artelshofen 3 Wehre den Kanufahrer zwingen, auszusteigen und Kanus um zutragen, ist die Fahrt ab Eschenbach 2 Stunden ohne Pause. Das es trotzdem nicht ohne ist, bekamen wir schnell demonstriert: ein Kanu mit 4 Personen kenterte und das nachfolgende Kanu hatten alle Mühe, in der starken Strömung alles wieder in Griff zu bekommen. Aber wir kamen alle wieder wohlbehalten in Hartenstein nach dem Rücktransport an.

Und beim Abendessen war alles wieder vergessen. Auch das anschließende Gewitter und ein kurzer Platzregen machten nichts aus. Da wurde eben im Aufenthaltsraum das Spiel des Lebens gespielt.

Am Donnerstag stand wieder Klettern im Vordergrund. Schon recht früh ging es an die Hartensteiner Wand. Nur ca. 5 min zu Fuß von unserer Unterkunft entfernt, ist der Fels bis zu 25 m hoch und hat auch für Kinder und Jugendliche einige Routen im 4. bis 6. Grad. Leider ist in den Ferienmonaten an dieser Wand immer reger Kletterbetrieb, weil der Wand Fuß für Familien perfekt ist, ohne große Gefahrenstellen und man Kinder nicht unbedingt beaufsichtigen muss. Aber wir sind ja vorbereitet. Für den Vorsteig hatten wir noch 2 Jugendliche aus der Jugendgruppe eingekauft, die zum Frühstück angefahren kamen und dann etwas früher losgingen und in 6 Routen schon Seile einlegten. Und als gegen 10 Uhr der Kletternachwuchs zur Wand kam, war für uns alles bestens präpariert. Gegen Mittag nutzten wir den Heimvorteil und gingen zu Fuß zu unserer Hütte zum Vesper an der Hütte zurück. So konnten wir am Nachmittag auch wieder schnell zurück an die Felsen und weiterklettern. Bis 16 Uhr wurde geklettert, dann packten wir unsere 7 Sachen zusammen und es ging zurück zur Unterkunft. Duschen und Abendessen und dann herrichten der Terrasse für das Open Air Kino. Es sollte der emotionalste Abend werden, den wir jemals bei einer Freizeit erlebten. Auch wenn es sich nur um einen Kinoanimationsfilm handelte, war dieser doch so emotional gemacht, daß am Ende fast all unsere weiblichen Kids hemmungslos vor Freude über den Ausgang des Films heulten und wir sie bitten mussten, doch in das Haus zu geben. Es war ja schließlich schon nach 23 Uhr.

Für den Freitag war frühes Wecken angesagt. Die Hütte wurde natürlich gereinigt und wieder in den Zustand unserer Ankunft gebracht, mit dem Hüttenwart die Abrechnung der Getränke und Übernachtungen abgeschlossen, die Ausrüstung verpackt und verladen und anschließend die Hersbrucker Therme besucht. Am späten Nachmittag kamen die Kids hoffentlich allerseits zufrieden wieder bei ihren Eltern an.

Günter Mollinger